Literatur Anfang Bedienung Inhalt Folgende Letzte Die visuelle Wahrnehmung
--Wahrnehmung von Bewegung
----Bewegungsnacheffekte




Betrachtet man längere Zeit eine kontinuierliche Bewegung, z.B. einen Wasserfall, und blickt anschließend woanders hin, dann scheint sich der Inhalt des Blickfeldes teilweise in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Diese Täuschung bezeichnet man als Bewegungsnacheffekt.

Die Illusion tritt nur auf, wenn sich bei Betrachtung des bewegten Objekts auch das Objektbild auf der Netzhaut bewegt hat, man also dem Objekt nicht mit den Augen folgt.

Der Bewegungsnacheffekt wird darauf zurückgeführt, daß die Bewegungsdetektoren [->] nach Beendigung einer länger andauernden Reizung in ihrer Signalaktivität für einen bestimmten Zeitraum unter ihre normale Rate fallen. Wenn nun die Aktivität der auf die Bewegungsrichtung des Wasserfalls spezialisierten Bewegungsdetektoren nach dessen Betrachtung unter diesen Normalwert sinkt, sind während dieses Zeitraums die Bewegungsdetektoren der Gegenrichtung im Verhältnis aktiver, da sie ja ihre normale Signalrate besitzen. Dadurch bekommt man den Eindruck, die neue Szene würde sich in die Gegenrichtung bewegen.