Grafiti Zum Inhaltsverzeichnis Zum Index
Kurvendarstellungen
Die Hermite Kurve
Die kubische Hermite Kurve
Vorherige Seite Nächste Seite
Trennlinie

 
 
Die kubische Hermite Kurve

Hier wird aus den im vorigen Abschnitt angegebenen Vorgaben für eine einfache Kurve mathematisch eine Funktion P(t) für die Kurve hergeleitet.

Die vier Nebenbedingungen sind:

P(0)=P0 (Anfangspunkt); P(1)=P1 (Endpunkt); P'(0)=P'0 (Ableitung im A-Punkt); P'1=P'1 (Ableitung im E-Punkt)

Durch vier Nebenbedingungen wird ein Polynom dritten Grades (ein kubisches Polynom) eindeutig bestimmt:

P(t)=c3t³+c2t²+c1t+c

oder in Vektorschreibweise:

P(t) in Vektorschreibweise

Dabei sind die ci Vektoren aus dem zweidimensionalen oder dreidimensionalen Raum. Unser Ziel ist es nun, die Matrix C aus den Nebenbedingungen P0 , P1 , P'0 und P'1 zu ermitteln. Schreiben wir die Nebenbedingungen in eine Matrix G, so suchen wir die Matrix MH, sodaß C = G • MH und damit

Gleichungssystem

Die Ableitung von P(t) ist

P'(t)= 3c3t²+2c2t+c1

Setzen wir die Nebenbedingungen in die Funktion ein, ergibt sich ein Gleichungssystem mit vier Unbekannten:

Gleichungssystem

Für den Vektor C der ci folgt (C ist bezüglich der ci ein Zeilenvektor, deshalb erscheint unten zuerst die Transponierte C T ):

  

Gleichungssystem

 

G heißt Geometriematrix, MH heißt Basismatrix der Hermite-Kurve.

In Vektorschreibweise folgt mit P(t) = C • T

Gleichungssystem

Damit ist das Ziel erreicht:
Durch diese Darstellung kann für eine gegebene Geometriematrix G, die alle Vorgaben für die Kurve enthält, mittels Matrixmultiplikation mit der Basismatrix MH und mit dem Vektor T die Funktion der Kurve berechnet werden. Mit dieser Funktion läßt sich nun die Kurve auf dem Bildschirm dargestellen. Zur Speicherung mehrerer Hermite-Kurve wird außer den zugehörigen Geometriematrizen nur noch die Basismatrix benötigt. Zum besseren Verständnis der Geometriematrix: Obwohl sie oben wie ein Vektor aussieht, ist sie eine Matrix, da die Einträge (zwei Punkte, zwei Vektoren) je nach Zielraum zwei- oder dreidimensional sind.
Dasselbe gilt für die Koeffizientenmatrix C.  


Trennlinie
Abteilung Computergrafik und Softwareergonomie Zum Seitenanfang Vorherige Seite Nächste Seite

Letzte Änderung 20. Januar 2001 © Copyright Roman Mülchen