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  Deadlocksituationen im täglichen Leben


Beispiel 1: Flußüberquerung

Flussüberquerung



Gegeben sei ein Fluß ohne Brücke. Will eine Person diesen Fluß überqueren, so stehen ihr dafür kleine Felssteine zur Verfügung, die in einer Reihe von einem Ufer zum anderen in regelmäßigen Abständen im Wasser liegen. Um zum gegenüberliegenden Ufer zu gelangen muß man nun von einem Stein auf den nächsten treten und so Schritt für Schritt den Fluß überqueren. Die Felssteine sind dabei so klein, daß immer nur ein einziger Fuß auf einen Stein paßt. Bei der Überquerung muß eine Person also immer zwei benachbarte Steine benutzen, mit jedem Fuß einen (vgl. Abbildung links). Außerdem liegen diese Steine so weit auseinander, daß jeder Stein für die Überquerung benutzt werden muß, es kann also bei einem Schritt kein Stein ausgelassen werden.

Eine Deadlock-Situation tritt nun ein, wenn zwei Personen zur gleichen Zeit versuchen, den Fluß von den beiden gegenüberliegenden Seiten zu überqueren. Die Folge ist, daß sich beide irgendwann in der Mitte des Flusses treffen. Diese Situation ist in der nebenstehenden Abbildung dargestellt. In dieser Situation möchte jede Person den jeweils nächsten Stein betreten, dieser wird jedoch vom Gegenüber belegt. Da die Steine wie gesagt für zwei Füße zu klein sind und außerdem zu weit auseinander liegen, um einen Stein auszulassen, ist die einzige Lösungsmöglichkeit, daß eine der Personen freiwillig zu ihrer Uferseite zurückkehrt und damit den Weg freigibt. Da aber beide Personen ziemlich störrisch sind, wird dies nicht passieren und beide Personen würden ewig in dieser Situation warten. Es liegt eine Deadlock-Situation vor.

In diesem Beispiel stehen die beiden Personen stellvertretend für zwei Prozesse und die Steine für die Betriebsmittel, die zu einem Zeitpunkt nur von einem einzigen Prozeß belegt werden können.


Beispiel 2: Buchausleihe


Zwei Studenten leihen sich in einer Bibliothek jeweils ein Buch aus und beginnen darin zu lesen, Student A im Buch A und Student B im Buch B. Beim Studium ihres Buches finden nun beide Studenten jeweils einen Verweis auf das Buch, das der andere ausgeliehen hat. Da keiner der Studenten in seinem ausgeliehenen Buch weiterlesen möchte, bevor er das andere Buch eingesehen hat, warten nun beide Studenten darauf, daß der jeweils andere sein Buch in der Bibliothek zurückgibt, um es dann selber ausleihen zu können. Dies geschieht jedoch nicht. Schließlich wollen beide, nachdem sie das Buch des anderen eingesehen haben, in ihrem Buch weiterlesen. Beide Studenten warten somit ewig darauf, daß das von ihnen gewünschte Exemplar zurückgegeben wird (dabei wird von dem unrealistischen Fall ausgehen, daß die Buchleihfristen beliebig oft verlängert werden können) und blockieren sich somit gegenseitig in ihrem Arbeitsablauf.

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Letzte Änderung: 25.September 1999 © Copyright Andreas Lucks